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=

Für verdünnte Lösungen ist π/18, wo & nahe 0 und M/M ebenfalls nahe 0. Man darf also die Reihenentwickelung auf beiden Seiten mit dem ersten Gliede abbrechen und erhält

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Vernachlässigt man jetzt in (19) das Molecülvolumen der Flüssigkeit neben dem des Dampfes, so ist

B. ea(t-ta)

u =

Π

Dieses setzen wir ein und integriren unter der Annahme, dass q constant ist; dann erhalten wir für die Dampfspannung des Lösungsmittels

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Und für die der Lösung, wenn q in beiden Fällen dasselbe bleibt:

[blocks in formation]

Beobachten wir die Dampfspannungen bei derselben Temperatur, so ist

[blocks in formation]

Beobachten wir dagegen die Temperaturen bei demselben Druck), so erhalten wir

[blocks in formation]

wo B der dem Siedepunkt des Lösungsmittels entsprechende. Werth von B und 4t die Siedepunktsänderung ist. Entwickelt man Gleichung (20) nur auf der rechten Seite, so erhält man:

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wo S = (u B/100.g.) die moleculare Siedepunktserhöhung, eine für jedes Lösungsmittel constante Grösse ist. P ist die Anzahl Gramm auf 100 g Lösungsmittel.

Es ist sofort einzusehen, dass man für die moleculare Gefrierpunktserniedrigung eine ebenso einfache Formel erhält.

Da dasselbe auch für die anderen Gebiete der Physik gilt, so hat die von mir definirte absolute Temperatur neben ihrer in der rein thermodynamischen Definition liegenden theoretischen Bedeutung noch den für die Praxis in Betracht kommenden Vortheil, dass sie nicht nur keine Erschwerung der Darstellung mit sich bringt, sondern vielmehr gelegentlich, wie man an der Differentialgleichung der Spannkraftscurve sieht, sogar eine Erleichterung.2)

1) Welche Beziehung zwischen den Drucken p' und B bei dieser Entwickelung in Nernst, Theoretische Chemie p. 126. 1893 besteht, ist nicht erklärt und wohl auch nicht zu erklären.

2) Eine ausführlichere Darstellung der in dieser Arbeit entwickelten Sätze wird in den Mittheilungen aus dem naturwissenschaftlichen Verein für Neuvorpommern und Rügen für das Jahr 1897 erscheinen.

Greifswald, November 1897.

(Eingegangen 1. December 1897.)

13. Das Johanniskäferlicht und die Wirkung der Dämpfe von festen und flüssigen Körpern auf photographische Platten;

von H. Muraoka und M. Kasuya.

Dass durch Filtration des Lichtes, welches Johanniskäfer aussenden, Strahlen erhalten werden, welche ähnliche Eigenschaften besitzen wie X- oder Uranstrahlen, haben wir1) im vorigen Jahre berichtet. Auch Henry), R. Dubois 3), K. Shimada) und D. Turner 5) haben ähnliche Erscheinungen beobachtet; doch werden die Insecten, mit welchen sie und wir gearbeitet haben, wahrscheinlich nicht alle von derselben Gattung sein. Auf die Frage von S. P. Thompson) können wir nur soviel erwidern, dass wir wahrscheinlich mit Luciola Pictcollis, K. und Luciola victicollis, K. zu thun haben. In Japan sollen sehr viele Species von Johanniskäfern existiren In der Umgebung von Tokyo, wo man eigentlich viel weniger Johanniskäfer findet, als in unserem Districte Kyoto, sollen etwa 8-9 Species bekannt sein.

In diesem Jahre beschäftigten wir uns wieder mit demselben Gegenstande, wir suchten zunächst die Polarisation und Refraction nachzuweisen. Einige Beobachtungen scheinen zwar dafür zu sprechen, lassen aber nichts mit Sicherheit behaupten. Das Spectrum des natürlichen Käferlichtes ist vollständig continuirlich, enthält weder helle noch dunkle Linien. Es erstreckt sich von etwa B bis ein wenig jenseits von F, sodass es etwas länger zu sein scheint als C. A. Young) beobachtet hat, denn er sagt, es reiche bis F, was vielleicht von der

1) H. Muraoka, Journ. of the College of Science 9. II. p. 129;

Wied. Ann. 59. p. 773. 1896.

2) Henry, Compt. rend. 128. p. 400.

3) R. Dubois, Compt. rend. Soc. Biol. 1896.

4) K. Shimada, Tokyo Gakugei Sassi 188. p. 225.

5) S. P. Thompson erwähnt davon in Nature 10. Juni. p. 126. 1897.

6) S. P. Thompson, Nature 10. Juni. p. 126. 1897.

7) C. A. Young, American Naturalist 3. p. 615. 1870.

Verschiedenheit der Species herrührt. Uebrigens scheint ein und derselbe Käfer nicht immer dasselbe Licht auszustrahlen. Um zu sehen, ob es ultraviolettes Licht enthält, suchten wir das Spectrum zu photographiren. In 31 Stunden erhielten wir eine Photographie, welche nicht länger ist, als man mit den Augen sieht; aber damit können wir doch nicht behaupten, dass ultraviolettes Licht fehlt, weil wir in Ermangelung des Quarzprisma ein gewöhnliches Glasprisma angewendet haben.

Im übrigen wiederholten wir Versuche vorigen Jahres, bestätigten dieselben meistentheils, aber theilweise fanden wir nicht ganz übereinstimmende Resultate und einige Erscheinungen lassen uns zweifeln, ob sie den filtrirten Käferstrahlen allein zuzuschreiben wären. Wir fanden nämlich, dass viele feste Körper auf photographische Platten wirken, wenn nur die Expositionszeit lang genug ist. Wir sind durch einen Brief von Sir G. G. Stokes zu der Idee geführt worden, zur Erklärung der Erscheinungen ausser Strahlenwirkung noch nach einem zweiten Grunde zu suchen. Da wir nach seinem Rathe gearbeitet haben, so erlauben wir uns den Inhalt seines Briefes, soweit es hier nothwendig ist, dem Sinne nach wiederzugeben:

,,Johanniskäfer habe ich nur einmal flüchtig gesehen und kann nichts Sicheres darüber sagen, aber sein plötzliches Leuchten und Verblassen (wenn auch nicht momentan), erinnerte mich lebhaft an die Erscheinung electrischer Entladung. Möglicherweise besitzt der Käfer die Fähigkeit, nach Willen Electricität zu entladen, wie manche electrische Fische. Wäre das wirklich der Fall, so könnte man einen Theil (nur einen Theil) der photographischen Wirkungen, welche Sie beschreiben, dieser Entladung zuschreiben. Es ist bekannt, dass Röntgen- oder Uraniumstrahlen die Luft chemisch wirksam machen und ein in derselben befindliches vorher geladenes Metall entladen. Aehnlich könnte die Sache auch bei Käferstrahlen sich verhalten. Unter dieser Annahme kann man nun die Erscheinung Ihres Experimentes Nr. I 1) in folgender Weise erklären: Die Käferstrahlen, welche durch schwarzes Papier hindurchgegangen sind, machen die Luft chemisch wirksam und versetzen die Kupferplatte in ein gewisses Potential. Die Electri

1) H. Muraoka, Wied. Ann. 1. c.

cität kriecht dann längs des Cartonpapieres und wirkt auf die photographische Platte. Nach dieser Ansicht werden Sie einsehen, dass in Ihren Experimenten zwei vollständig verschiedene Processe vor sich gehen und einer der beiden Processe, oder beide zusammen, Erscheinungen hervorbringen, welche Sie beobachten. Der eine Process ist nämlich derjenige der filtrirten Käferstrahlen, welcher sich ähnlich verhält, wie das gewöhnliche Licht, und der andere Process ein schwacher, electrischer Strom, welcher allerdings in den filtrirten Käferstrahlen seinen Ursprung hat. Ich glaube nicht, dass Käferstrahlen durch eine Kupfer- oder Zinkplatte hindurchgehen, ohne dass sie sehr dünn ist. Was also scheinbar durch sie hindurchgeht, wird in der Wirklichkeit seinen Grund in dem electrischen Strom haben. Wenn Sie also die Kupferplatte gut zur Erde ableiten, so werden Sie wahrscheinlich sehen, dass die ganze Erscheinung aufhören wird. Oder, wenn Sie auf eine photographische Platte eine dünne Glimmerplatte legen, so werden Sie sehen, dass die Wirkung des electrischen Stromes aufhört, während die Strahlenwirkung nicht beeinflusst wird."

Wir experimentirten nach diesem freundlichen Rathe von Sir G. G. Stokes und fanden, dass die Isolirung der photographischen Platte durch Glimmerplatte genau die Erscheinung zeigt, wie Sir G. G. Stokes vorausgesehen hat (wird weiter unten beschrieben), aber die Erdleitung der Kupferplatte keinen Einfluss auf das Phänomen ausübt. Um electrische Entladung der Käferstrahlen nachzuweisen, untersuchten wir sie electrometrisch, bekamen aber ein negatives Resultat.

Wenn es demnach unwahrscheinlich erscheint, dass Electricität eine Rolle spielt, so sind wir doch durch den Wink des Sir G. G. Stokes zur Idee geführt worden, ausser der Strahlenwirkung noch nach einer zweiten Ursache zu suchen, um die beobachteten Erscheinungen zu erklären und glauben als solche die Verdampfung gewisser Stoffe von der Oberfläche der bei der Photographie benutzten Gegenstände gefunden zu haben.

Als wir einmal bei der Wiederholung des Versuches I die Käfer mit ein wenig Wasser bespritzten, bekamen wir eine weit stärkere Wirkung unter dem Cartonpapier.

Wir dachten daher, dass die Feuchtigkeit, welche bei den Experimenten mit Johanniskäfern niemals ganz zu ver

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