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wist in Siemenseinheiten auszudrücken, ist selten <100 und das letzte Glied kommt daher selten zu einer Bedeutung. Statt 1/w kann k/C geschrieben werden.')

Auf 1/1000 Unsicherheit aber wird meistens nicht viel ankommen. Dann genügt es, den mittleren Betrag der Correctionen zusammenzufassen, indem man an die Stelle des theoretischen Factors 10630 einen um 5 bis 6 pro mille vergrösserten setzt, also x = 10690.k berechnet.

Andere Temperaturen als 18° und Temperaturcoefficienten. Für gelten die betreffenden Grössen von p. 447. Anstatt a ist ferner, wenn a wie gewöhnlich in Theilen des Leitvermögens bei 18° ausgedrückt ist, zu setzen

a

1 + a (l-18)

Man wird aber selten an dem Leitvermögen bei der anderen Temperatur Interesse haben, sondern an dem Temperaturcoefficienten, der aus ihr bestimmt ist.

Die meistens mitgetheilten Coefficienten zwischen 18 und 26° werden ganz unbedeutend beeinflusst; man hat fast überall die letzte mitgetheilte Stelle (d. h. die vierte Decimale) um eine Einheit zu verkleinern.

Etwas grösser ist natürlich der Einfluss auf die Vertheilung des Temperaturganges auf zwei Glieder in der Formel

x = x (1+at+ẞt2).

So kommen für den von Kohlrausch und Grotrian aus den Beobachtungen bei 0°, 18° und 40° bestimmten Temperaturgang die Correctionen 2)

=

1) Für die mit geringerem Anspruch auf Genauigkeit in den kleinen Gefässen IX und X bestimmten Leitvermögen ist y +0,0035; an die Stelle von 0,044 träte, nach dem Verhältniss der Electrodenflächen geschätzt, die Zahl 0,25 Siem.

2) Da Umrechnungen solcher Coefficienten wegen Aenderung der Temperaturscale nicht selten vorkommen, so sei auf eine einfache Rechnung zu diesem Zwecke hingewiesen. Die der Formel zu Grunde liegenden drei Temperaturen seien gewesen To, T1 und T2, d. h. t1 = T1 — T。 und tą T2 - To. Hinterher findet man, dass die Zahlen t, und tą in t11und t + 1, zu ändern sind. Dann erfahren die vorher berechneten a und ẞ die Aenderungen

=

Ann. d. Phys. u. Chem. N. F. 64.

29

4a=0,0101

a

+0,328

480,00022 α- 0,0055 ẞ,

was durchschnittlich 4 = +0,0003 und 48=u

ergiebt.

Prüfungsbeispiele.

- 0,000007

Eine genaue experimentelle Prüfung der Voraussetzungen, die dieser Reduction zu Grunde liegen, würde die Wiederholung einer grossen Anzahl der Beobachtungen verlangen. Wenn man sich auf eine Anzahl von Stichproben beschränkt, so können diese nicht mehr ergeben, als was man bezüglich der Reinheit der Stoffe, der Richtigkeit der quantitativen Analyse und der Widerstandsbestimmung einzelner Lösungen erwarten darf; also eine Uebereinstimmung auf ein Tausendstel wäre zuviel verlangt. Einige Lösungen, deren specifisches Gewicht den früheren Rechnungen auf die fünfte Decimale mit einiger Wahrscheinlichkeit entnommen werden konnte, dass diese Stelle auf einige Einheiten richtig sei, wurden aus reinen abgewogenen Präparaten nahezu wieder hergestellt. Leitvermögen und specifisches Gewicht, das letztere jetzt in der fünften Decimale noch zuverlässig, wurden in der Nähe der früher angewandten Temperaturen gemessen. Das zugehörige alte Leitvermögen rechnete man nach der Formel (p. 448) um und corrigirte es dann mittels der Curven für das Leitvermögen einerseits nach dem Unterschiede der specifischen Gewichte, andererseits nach demjenigen der Procentgehalte der beiderseitigen Lösungen. Hinzugenommen sind die Werthe von H2SO, und NaCl, gesättigt, die sich ohne weiteres vergleichen lassen.1)

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Hiernach ist, besonders wenn man eine Gruppe von gleichartigen Beobachtungen zu corrigiren hat, sehr einfach zu rechnen.

1) Bei KBr 36 proc. liegt in dem alten spezifischen Gewicht vermuthlich ein Fehler vor, der sich nicht mehr auffinden liess.

Es sei noch bemerkt, dass stets Wasser von 4° zu Grunde liegt und

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Man wird von der Uebereinstimmung befriedigt sein. Durchschnittlich erscheinen die umgerechneten alten Leitvermögen um ungefähr ein Tausendstel zu klein, was darauf hinauslaufen kann, dass die Rheostatenwiderstände sich im Laufe der Jahre etwas vergrössert hätten. Wollte man aus den Differenzen eine Aenderung der Correctionsformel ableiten, so wäre etwa 10640 statt 10630 zu schreiben und das Correctionsglied wegen der Polarisation zu verdoppeln. Aber nach den 9 Fällen, in denen der Zufall eine grosse Rolle spielen kann, dies zu thun wäre doch gewagt. Es kommt auf das zu corrigirende Tausendstel auch wenig an.

Die oben angegebenen Lösungen von KCl, KNO,, K2SO,, NaNO3, MgSO, lassen sich leicht reproduciren und können. vielleicht gelegentlich als Normalflüssigkeiten zum Aichen von Gefässen dienen. Die Substanzen enthielten nach einer Untersuchung durch Hrn. Mylius höchstens Spuren von Verunreinigungen.

nicht, wie in Landolt und Börnstein's Tabellen versehentlich mitgetheilt wird, Wasser von der Temperatur der Lösung.

13. Andere Arbeiten.

Verdünnte Lösungen; Kohlrausch') 1885; Loeb und Nernst); MacGregory); Sheldon). Auch die Lösungen von Long. 5)

Hier lässt sich eine summarische Correction anwenden. Die Beobachtungen sind mit Hülfe unserer Chlorkaliumlösungen reducirbar. Denn die Messungen von Kohlrausch enthalten eine doppelt bestimmte Reihe von KCl-Lösungen, und seine übrigen beziehen sich ja von selbst auf dasselbe Maass wie diese. Und für die Bestimmungen von Loeb und Nernst, sowie von Mac Gregory gilt das nämliche, denn die Leitvermögen sind auf KCl- oder AgNO,-Lösungen mit den Zahlen von Kohlrausch als Unterlage zurückgeführt worden.

Die Beobachtungen von Long an concentrirteren Lösungen von Salzen schwerer Metalle endlich, die ersten, welche mit dem Telephon ausgeführt wurden, sind in Würzburg fast zu derselben Zeit angestellt, wie diejenigen von Kohlrausch, und die beiderseitigen Grundlagen der Messung sind die nämlichen. Dasselbe gilt von Sheldon, dessen Beobachtungen aber wegen ihres besonderen Zweckes für absolute Werthe weniger in Frage kommen.

Nun hatte sich p. 436 dieses Aufsatzes und bei Kohlrausch 1. c. p. 187 ergeben für die

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Demnach werden diese Bestimmungen einfach nach der Formel reducirt

x = 10691. k.

1) F. K., Wied. Ann. 26. p. 161. 1885.

2) Loeb u. Nernst, Zeitschr. f. physik. Chem. 2. p. 958. 1888.
3) MacGregory, Diss. Strassb. 1893; Wied. Ann. 51. p. 126. 1894.
4) Sheldon, ib. 34. p. 122. 1888.

5) Long, ib. 11. p. 37. 1880.

Mit anderen Worten, man kann mit dem theoretischen Factor 10630 reduciren und das Resultat um 5,7 pro mille vergrössern.1)

Denselben Reductionsfactor hatten wir für die Beobachtungen von Kohlrausch, sowie von Kohlrausch und Grotrian an concentrirteren Lösungen p. 449 für den Fall abgeleitet, dass man daselbst eine mittlere Correctionsgrösse anwenden wollte.

Beobachtungen aus dem Laboratorium von Ostwald und im Anschluss hieran; Bader, Barth, Bredig, Ebersbach, Franke, Hantzsch und Miolati, Noyes und Abbot, Ostwald, Szyszkowski, Tammann, Trübsbach, Walden, Werner und Miolati u. A.2)

Hier wird z = 10660.k gemeinschaftlich einzuführen sein. Die Voraussetzung dazu ist, dass die Verfasser nach der von Ostwald) gegebenen Regel geaicht haben, nach welcher 1/50 normale KCl-Lösung bei 25° zum Aequivalentleitvermögen 1297.10-8 eingesetzt wird, also zum Leitvermögen k = 0,02.1297.10-82594.10-10. Aus Tab. 11 findet sich für 25° x = 0,002 765, sodass

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1) Die Bemerkung bei F. K., Wied. Ann. 26. p. 178. 1885 über die Normaleinheiten ist hierdurch mit erledigt.

2) Gemeinschaftl. Anmerkung: Bader, Zeitschr. f. physik. Chem. 6. p. 289. 1890; Barth, ib. 9. p. 176. 1892; Bredig, ib. 13. p. 191. 289. 1894; Ebersbach, ib. 11. p. 608. 1893; Franke, ib. 16. p. 463. 1895; Hantzsch u. Miolati, ib. 10. p. 1. 1892; Noyes u. Abbot, ib. 16. p. 125. 1895; Szyszkowski, ib. 22. p. 173. 1897; Tammann, ib. 6. p. 121. 1890; Trübsbach, ib. 16. p. 708. 1895; Walden, ib. 1. p. 529; 2. p. 49; 9. p. 433; 10. p. 563 u. 638. 1887 bis 1892; Werner u. Miolati, ib. 12. p. 35. 1893. Ostwald's eigene Bestimmungen werden aus der späteren Zusammenstellung in seiner Allgemeinen Chemie, 2. Aufl. II, p. 722 ff. 1893 zu entnehmen sein; die früher veröffentlichten Zahlen weichen hiervon etwas ab. Die von den anderen genannten Verfassern herrührenden Leitvermögen sind zum Theil an derselben Stelle abgedruckt.

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3) Ostwald, Zeitschr. f. physik. Chem. 2. p. 567. 1888.

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